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Fenchel (Foeniculum vulgare) Bitterfenchel PDF Print E-mail
Written by Ingrid   
May 29, 2005 at 01:26 AM

Etymologie

 

In vielen Sprachen und Ländern werden Fenchel und Anis nicht unterschieden.
Der Gattungsname Foeniculum (lateinisch foenum = Heu) beschreibt wohl das Aroma.

Vorkommen - Herkunft - Pflanzenfamilie

 

Fenchel ist eine Gemüse-, Gewürz- und Heilpflanze aus der Familie der Apiaceä (Doldenblütengewächse) mit Ursprung im Mittelmeergebiet.

Inhaltsstoffe und Wirkstoffe

 

Fenchel enthält ätherisches Öl in sehr stark schwankenden Mengen von 0,5-6% mit Anethol, Limonen, Fenchon, Estragol und Camphen sowie Kieselsäure, Mineralsalze, Stärke, Vitamin A, B und C.
Der Gehalt an ätherischen Ölen ist abhängig vom Klima und Erntezeitpunkt, sowie von der Anordnung der Früchte in der Dolde (in der Mitte aromatischer und grösser).
In der Medizin wird die Verwendung von Bitterfenchel (F. vulgare), der Wildform verlangt, die mehr ätherisches Öl, vor allem aber einen höheren Anteil des bitteren Fenchon hat (12-22%).

Gesundheitlicher Nutzen - Anwendung

 

In der Medizin wird als Arzneidroge die Verwendung von Bitterfenchel nach DAB 10 verlangt.
Man benutzt die Spaltfrüchte (Foeniculi fructus), die nach DAB 10 mindestens 4% ätherisches Öl mit trans-Anethol (bis 70%) beeinhalten.
Fenchel wirkt Spasmolytisch (krampflösend), karminativ und antibakteriell.
Man verwendet Fenchel in der Heilkunde als Expektorans, Stomachikum und Karminativum (Tee und Fenchelhonig in der Kinderheilkunde).
Traditionell findet fenchel Verwendung als Laktagogum und Diuretikum sowie bei Erkältungskrankheiten, Menstruationsbeschwerden und als Breiumschlag bei Mastitis.
Nebenwirkungen : selten allergische Reaktionen der Haut und Atemwege
Kontraindikation (nicht anwenden bei) : Anwendung von reinem ätherischen Öl in der Schwangerschaft.
In der Homöopathie werden die getrockneten Früchte ebenso wie in der Allopathie angewandt.

Geruch und Geschmack

 

Süß und aromatisch, erinnert an Anis

Tierfreundschaft - Schädlingsbekämpfung - Pflanzengemeinschaft

 

nicht bekannt

Anbau

 

Fenchel stammt aus dem Mittelmeergebiet, wird etwa 1,50 hoch und braucht einen nährstoffhaltigen, sonnigen, warmen Standort.
Die Pflanze ist mehrjährig, im zweiten Jahr, wenn der Blütenstand ausgebildet wird ist Fenchel allerdings als Gemüse nicht mehr zu verwenden. Die Blätter hingegen können jederzeit geerntet werden.
Möchte man die Samen (Fenchelfrüchte) ernten so empfiehlt es sich den Fenchel bereits im April auszusäen, damit im Herbst geerntet werden kann.
Soll nur das Kraut oder die Knolle geerntet werden kann man den Fenchel im Mai ins Freiland aussäen.

Verwendeter Pflanzenteil

 

Je nach Zuchtform und Anwendung die grünen, reifen Früchte - das Kraut - die Stengel und die Knolle als Gemüse.

Ernte

 

Die Blätter können jederzeit geerntet werden, die Samen (Fenchelfrüchte) allerdings erst zum Höhepunkt der Reife im Herbst - in der Provence ist das der Michälistag (29.9)

Verarbeitung - Verwendung

 

Die Gewürze der Familie der Apiaceä (Anis, Kreutkümmel, Fenchel und Dill) ähneln einander in gewisser Hinsicht, sei es im Geschmack oder im Erscheinungsbild.
Fenchelfrüchte sind Bestandteil vieler Speisen in Europa wie auch Asien, zum Beispiel gehört Fenchel an das chinesische Fünf-Gewürze-Pulver oder auch an die Sauce vinaigrette sowie an die Herbes de Provençe Kräutermischung.
Häufig wird mit Fenchel Fleisch und Geflügel gewürzt, aber auch Fisch und Meeresfrüchte harmonieren gut mit ihm.
Es gibt Schwarzbrotrezepte denen Fenchelsamen zugesetzt werden, aber auch eingelegtes gemüse oder essig bekommt eine feine Note.
Die Knollen werden als Gemüse oder Salat verzehrt.
Bekannt ist auch die Verwendung von Fenchel in der Naturheilkunde wo man mit einem Aufguss Magen- und Darmbeschwerden wie Völlegefühl oder Blähungen lindern kann.
Ebenso gut hilft er bei Erkältungskrankheiten, da er schleimlösend und entkrampfend wirkt.

Lagerung

 

Die Fenchelfrüchte (Samen) fern von Lebensmitteln die leicht fremde Gerüche annehmen. Lichtgeschützt, trocken und nicht zu warm.