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Home arrow Kräuterkunde arrow Estragon (Artemisia dracunculus)
Estragon (Artemisia dracunculus) PDF Print E-mail
Written by Ingrid   
May 29, 2005 at 12:18 AM

Etymologie

 

Estragon wurden früher schützende Eigenschaften vor Unheil zugeschrieben, das lateinische draco sowie das griechische drákoon sind die Namensgeber für Dranunculus, und meinen eine schützende Wirkung vor Drachen.

Vorkommen - Herkunft - Pflanzenfamilie

 

Estragon ist eine aus Zentralasien stammende, 60-120 cm hohe ausdauernde Staude, die zur Familie der Korbblütengewächse (Asteraceä, Unterfamilie Asteroidä) gehört und mit dem Wermut verwandt ist.
In Südeuropa kommt die Pflanze wild vor, die Zuchtformen, die man bei uns in der Kräuterabteilung finden kann wird in den Niederlanden und im Balkan kultiviert.

Inhaltsstoffe und Wirkstoffe

 

Während der als der ursprünglichen Wildform entsprechende russische Estragon kaum Estragol enthält, aber leichter anzubauen ist, beeinhaltet der deutsche wie auch der französische Estragon bis zu 3% ätherisches Öl.
Dieses ätherische Öl enthält bis zu 60% Estragol, 10% Anethol, sowie Camphen, Ocimen und Limonen.

Gesundheitlicher Nutzen - Anwendung

 

Estragon hat eine gallenfluss- und verdauungsfördernde sowie harntreibende Wirkung, ausserdem enthält der viel Kalium - deswegen wird er bei Ödemen, Nierenproblemen sowie Dyspepsie, Appetitlosigkeit und Meteorismus angewandt. Traditionell behandelt man mit Estragon Rheuma und Muskelverspannungen.

Geruch und Geschmack

 

Die Wildform hat aus Mangel an Estragol kaum Geruch und schmeckt herb, während die Zuchtformen süss und aromatisch riechen und an Fenchel, Anis und Süssholz erinnern.

Tierfreundschaft - Schädlingsbekämpfung - Pflanzengemeinschaft

 

Estragon soll Fliegen davon abhalten sich auf Lebensmittel zu setzen, weshalb man Fleisch damit einreiben kann.

Anbau

 

Kommerziell in den Niederlanden, auf dem Balkan - wild in Südeuropa.
Die Pflanze lässt sich am besten über den Wurzelstock vermehren. Die Seitentriebe können Im Frühjahr neu verpflanzt werden.
Beim ernten nimmt man nur die jungen triebspitzen, so können sich unter den Schnittstellen neue Triebe und neue Blätter bilden.

Verwendeter Pflanzenteil

 

Man verwendet die frischen, glatten, glänzenden, lanzettförmigen Blätter und die jungen Triebe, die man mehrmals im Jahr ernten kann.

Ernte

 

Wie bei den meisten Kräutern erntet man optimalerweise wenn der Gehalt an ötherischen Ölen kurz vor der Blüte am höchsten ist.
Getrocknet verliert Estragon sehr schnell sein Aroma weil die ätherischen Öle sich verflüchtigen.

Verarbeitung - Verwendung

 

Estragon ist fester Bestandteil der Sauce Béarnaise, auch an anderen Saucen macht er sich gut.
Ausserdem wird er zum würzen von Fisch, Geflügel und Reis benutzt.
Estragon kann auch beim Einlegen von Gurken verwandt werden, bekannt ist auch Estragonessig und Estragonsenf.
In Südeuropa wo Estragon besonders oft benutzt wird, ist er in Frankreich zum Beispiel Bestandteil der Herbes de Provençe sowie der Fines herbes, manchmal findet man ihn auch im Bouquet garni.
Estragon ist in der südeuropäischen Küche weit verbreitet, da er hier wild wächst, gut gedeiht und immer frisch zur Verfügung steht während er im Norden klimatische Schwierigkeiten hat und eher getrocknet, mit wenig Aroma zur Verfügung steht.

Lagerung

 

Frisch geerntet im Kühlschrank wenige Tage. Man kann Estragon gebündelt zum trocknen aufhängen, leider verliert er dabei den Grossteil des Aromas.