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Dill, Gurkenkraut (Anethum graveolens) PDF Print E-mail
Written by Ingrid   
May 28, 2005 at 09:10 PM

Etymologie

 

Dill kommt entweder von "Dolde" oder aus dem altnordischen, wo es beruhigen, beschwichtigen hiess.
Anethum stammt vom griechischen aneeson oder aneeton ab, wovon sich auch
Anis ableitet; und bedeutet "stark riechend".

Vorkommen - Herkunft - Pflanzenfamilie

 

Dill auch Gurkenkraut genannt ist eine Gewürz- und Heilpflanze und gehört zur Familie der Apiaceä (Doldenblütengewächse),die ursprünglich aus Zentralasien stammt. Eine verwandte indische Art ist A. sowa.
Heute wird Dill meist aus ägypten, anderen Mittelmeerländern oder Osteuropa importiert.

Inhaltsstoffe und Wirkstoffe

 

Dill enthält 2,5-4% ätherisches Öl mit 50% Carvon in den Früchten, 0,5-1,5% ätherisches Öl mit Carvon und Phellandren im Kraut.

Gesundheitlicher Nutzen - Anwendung

 

Als Arzneidroge benutzt man die getrockneten Früchte (Anethi fructus) und das Kraut ( Anethi herba).
Die Wirkung von Dill ist spasmolytisch (krampflösend), bakteriostatisch (beugt Infektionen vor) sowie die Anregung der Magensaftsekretion (appetitanregend).
Traditionell werden Aufgüsse oder galenische Zubereitungen der Früchte bei dyspeptischen Beschwerden gemacht (verdauungsfördernd).
Aufgüsse oder Zubereitungen des Krauts bei Beschwerden im Magen-Darm-Trakt (findet sich in Mitteln gegen Bauchschmerzen bei Kleinkindern), der Niere und ableitenden Harnwege, bei Schlafstörungen (nervenberuhigend) und Krämpfen ; Dillkraut auch bei Kolliken; Saft oder Aufguss frischer Pflanzen äusserlich bei Hämorrhoiden.
Laut Kommission E beim ehemaligen Gesundheitsamt ist die Wirksamkeit bei diesen Anwendungsgebieten nicht belegt.

Geruch und Geschmack

 

Süß und aromatisch, erinnert an Anis und Kümmel.

Tierfreundschaft - Schädlingsbekämpfung - Pflanzengemeinschaft

 

Wenn sie Dill mit Karottensamen vermischen und aussäen wachsen die Pflanzen besser und gesünder.

Anbau

 

Dill ist eine einjährige, etwa 60 bis 100 cm hohe Pflanze. Im Freiland kann man im April die erste Aussaat machen und dann nach Bedarf nachsäen. Ansonsten können sie Dill in kleinen Töpfen auf der Fensterbank vorziehen und später ins Freiland setzen. Dill lässt sich gut aus Samen ziehen.

Verwendeter Pflanzenteil

 

Die frischen oder getrockneten Früchte, das frische oder getrocknete Kraut.
Die Früchte werden erst kurz vor der Verwendung ausgequetscht, das frische Kraut ist ebenfalls aromatisch, verliert aber beim trocknen viel von seinem feinen Aroma.

Ernte

 

Unmittelbar vor der Blüte wird das Kraut samt der Wurzeln aus dem Boden gezogen und in Bündeln getrocknet.
Wenn sie die Samen ernten wollen, müssen sie die Pflanzen bis kurz vor der Reife stehen lassen .

Verarbeitung - Verwendung

 

In Europa wird Dill hauptsächlich zum würzen von Fisch und Meeresfrüchten, sowie für Kräuteressig, Salate und Saucen verwandt.
Beim einmachen von Gemüse (Gewürugurken) benutzt man typischerweise auch Dill.
In Ungarn wird das meiste Dill für die industrielle Herstellung von Dillöl (Oleum Anethi) hergestellt; man macht daraus aromatischer Liköre, Medikamenten, Reinigungsmittel und Gewürzmischungen.
In Indien wird Dill manchmal zum würzen von Hülsenfruchtgerichten genommen.

Lagerung

 

Die frische Pflanze wird in feuchte Küchentücher eingewickelt im Kühlschrank aufbewahrt, die getrockneten Samen luftdicht verschlossen, vor Licht, Wärme und Feuchtigkeit geschützt.
Das Kraut eignet sich nicht sehr gut zum trockenen, will man es trotzdem tun hängt man es gebündelt zum trocknen auf und verfährt dann ebenso wie bei den Samen.
Weiter kann man Kräuteressig mit Dill ansetzen oder Gemüse einmachen.
Um Essig mit Dill zu aromatisieren, nimmt man eine feine Essigsorte (z.B. Apfelessig) und setzt damit den Dill oder auch andere frische Kräuter an.
Zum Beispiel : Knoblauch, Pfeffer, Piment, Estragon, Thymian, Kerbel, Lorbeer, Kresse, Rosmarin, Zitronenmelisse, Basilikum, Liebstöckel, Zitronenmyrte.
Der so angesetzte Essig wird kühl und dunkel gestellt bis er nach einigen Wochen fertig ist.