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Home arrow Kräuterkunde arrow Chili (Capsicum frutescens, Capsicum annuum)
Chili (Capsicum frutescens, Capsicum annuum) PDF Print E-mail
Written by Ingrid   
May 28, 2005 at 07:29 PM

Etymologie

 

Capsicum frutescens : Chili,Capsicum annuum: Paprika
Die verschiedenen Arten der Gattung Capsicum werden im normalen Sprachgebrauch nach ihrer Schärfe eingeordnet.
Zum Beispiel : Gemüsepaprika (mild), Gewürzpaprika(scharf-aromatisch) und Peperoni oder Chili (sehr scharf)

Vorkommen - Herkunft - Pflanzenfamilie

 

Chilies sind mehrjährige Pflanzen aus der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceä).
Ursprünglich kommen Chilies wohl aus der Amazonasregion wo die Indianer die Pflanze schon vor 3000 Jahren kultivierten.
Christoph Columbus hielt die Chilies für Verwandte des Pfeffers, dessen damaliges Handelsmonopol Venedig die spanische krone unterbinden wollte.
Er nahm die Pflanzen mit nach Europa und von dort verteilten sie sich im Zuge der Kolonisation über die ganze Welt.
Chili gedeit besonders gut in tropischem bis subtropischem Klima.
Heute ist Indien das Hauptanbaugebiet für Chili geworden. Paprika wird weltweit in tropischen bis gemässigten Zonen angebaut, in den Sommermonaten gelangt er auch in Mittel- und Nordeuropa zur Reife.

Inhaltsstoffe und Wirkstoffe

 

Chilies enthalten in etwa dieselben Geruchs- und Geschmacksstoffe wie Paprika, aber ihr Gehalt an Capsaicinoiden, den "Scharfmachern" ist sehr viel höher, dieser kann bis zu 1%
betragen.
Die Sorte Red Savina Habanero enthält sogar 3.7% Capsaicin. Die Früchte dieser Chili sind wohl mit das schärfste was die Natur zu bieten hat und mit äusserster vorsicht zu geniessen.Chili hat eine lokal hyperämisierende Wirkung durch Reizung der Schmerz- und Thermorezeptoren.

Gesundheitlicher Nutzen - Anwendung

 

Als Arzneidroge verwendet werden die Früchte (Capsici fructus (acer))
Chili findet in der Medizin Verwendung als Tinktur, Liniment oder Pflaster bei Muskelverspannungen im Schulter- Arm und Wirbelsäulenbereich.
Traditionell angewandt wird Chili ausserdem bei Gelenkschmerzen, Pleuritis, Myalgien, Frostschäden, Kreislaufstörungen in den extremitäten sowie innerlich zur Förderung der Peristaltik.
Nebenwirkungen : selten Überempfindlichkeitsreaktionen (urtikarielles Exanthem), Anwendungsdauer maximal 2 Tage
In der Homoöpathie findet Chili (C. annuum) als Konstitutionsmittel bei Gastritis und Otitis media Verwendung.

Geruch und Geschmack

 

Die Chilifrucht (das "Fleisch") ist mitunter zart-süsslich während die Samen einen beissenden, scharfen geschmack haben.
Dieser variiert von fruchtig, frisch, süsslich, blunig bis herb, erdig, rauchig.
Den mexikanischen Chilies sagt man die grösste Geschmacksvielfalt nach.
Die Schärfe versucht man anhand der "Scoville-Einheiten" zu messen und objektiv bewertbar zu machen.

Tierfreundschaft - Schädlingsbekämpfung - Pflanzengemeinschaft

 

nicht bekannt

Anbau

 

Im Gegensatz zu vielen anderen tropischen Gewürzen sind Chilies leicht anzubauen und konnten sich so über die ganze Welt verbreiten.
Bekannte Sorten sind die mexikanische Jalapeno, der österreichische Halblanger Vulkan, die japanischen Shishitou oder die extrem scharfe Red Savina Habanero sowie Scotch Bonnet, Chile de Arbol,
Serrano, Cayenne und Tabasco.
Die Pflanzen werden mindestens 150 cm hoch und bilden weiss-grünliche oder auch violette Blüten.
Die Früchte, die botanisch richtig Beeren statt Schoten heissen sind im unreifen Zustand grün, danach werden sie je nach Sorte weiss, orange, rot oder gelb - es gibt sehr viele verschiedene Fruchtformen.

Verwendeter Pflanzenteil

 

Fast ausschliesslich werden die Früchte verwendet, diese kann man reif und unreif ernten.
Die grösste Schärfe sitzt in den Samen und in den Rippen.
In Indien, dem heutigen Hauptanbaugebiet für Chilies werden die Blätter zur Aromatisierung von Getränken genutzt.
Die ganzen getrockneten und gemahlenen Früchte werden als Paprikapulver und Chilipulver (Cayennepfeffer) verkauft.
Dabei besteht der Unterschied in Schärfe und Geschmack einmal in der verwendeten Sorte und zum anderen in den verarbeiteten Bestandteilen - je weniger Samen und Trennwände der frucht man benutzt, umso milder wird das Pulver. In ungarische Gliederung ist die folgende mit abnehmender Schärfe : Rosenpaprika, Halbsüss, Edelsüss, Delikatess, Extra

Ernte

 

Die reifen und unreifen Früchte

Verarbeitung - Verwendung

 

Frisch oder getrocknet finden Chilies in der ganzen Welt eine absolut vielfältige Anwendung.

Lagerung

 

Die frischen Kapseln kann man ein paar Tage im Kühlschrank aufbewahren, getrocknet müssen die Chilies vor Feuchtigkeit, Wärme und Licht geschützt werden.